Hörproben:
http://www.myspace.com/joernhuehnerbein
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RALPH SCHÜLLER UND JÖRN
HÜHNERBEIN
Ralph Schüller ist HGB-studierter
Maler und Grafiker. Er macht sehr lange schon die Bühnen des Landstrichs
mit allerlei Musik unsicher, spielte Metal, Hardcore sogar, und mit gleicher
Begeisterung auch beschwingten Folk. Seit zehn Jahren sind es nur noch
eigene Lieder, die er in seinen Bands singt, einige erinnern sich eventuell
noch des heißen Insidertipps "schönertag".
Die Bezeichnung "Liedermacher" mag er nicht sehr, das schmeckt ihm
leicht fade nach Klage und Betroffenheit, "Singer/Songwriter" ist ihm dagegen
zu amerikanesk. Auf die Frage nach den musikalischen Wegweisern befragt,
fallen ohne lange Kunstpause die Namen Gundermann, Wenzel und Element of
Crime. Tatsächlich beschreibt dies seine Musik recht treffend, vielleicht
darf einfach mit "Chanson auf Deutsch" etikettiert werden.
Wenn Jörn Hühnerbein von
der Liebe singt schmeckt sie bitter. Nur Augenblicke scheinen es zu sein,
in denen die Grenzen sich auflösen und Nähe entsteht.
Schon am nächsten Morgen wirkt alles wie ein schwerer Traum. Hühnerbeins
Texte erinnern an Bilder des amerikanischen Malers Edward Hopper,
aber wie bei diesem steckt hinter der Einsamkeit, der Entfremdung von der
Natur und dem Leben in seelenlosen Städten doch immer auch die beinahe
trotzige Suche nach dem Gegenentwurf, nach einem erahnten Leben, welches
den Namen verdient.
Nicht in allen Beschreibungen möchte man dem Sänger folgen,
manches wirkt ungelenk oder zu sehr aus persönlicher Betroffenheit
geschrieben, aber viele Texte sind Perlen, die Hühnerbein in die erste
Liga ernsthafter deutscher Liedermacher katapultieren könnten.
Zu den melancholischen Texten passt die sonore Stimme Hühnerbeins,
welche den konzentrierten Zuhörer in dessen Bilderwelten zieht. Keine
leichte Kost, aber wie bittere Medizin gegen verlogene Versprechen eines
permanenten Wohlfühlglücks und die Illusion, dass sich das Leben
in den Gipfeln abspielt, wenn man die Täler verleugnet.
jc |